Vergleich New York Board of Trade- und FAIRTRADE-Rohkaffeepreis für Arabica 1989-2008
In den letzten fünf Jahren ist der Kaffeemarkt weltweit in eine schwere Krise geraten. Der Erlös, den die Kleinbauern und –bäuerinnen erhalten, deckte oftmals nicht ihre Produktionskosten ab.
Ein Überangebot an Kaffee, neue AnbieterInnen auf dem Markt und ein gleichzeitig stagnierender Konsum in den Industrieländern – all das hat zu der Krise geführt. Erst seit kurzem steigen die Kaffeepreise wieder an, da das größte Kaffeeexportland Brasilien unter einer Trockenperiode leidet.
INFORMATIONEN ZU FAIRTRADE KAFFEE
Soziale und ökonomische Standards
Ein Ausweg aus der Krise ist der Faire Handel. Die ProduzentInnen erhalten für besiegelten FAIRTRADE Kaffee auf jeden Fall mehr als am Weltmarkt, sodass sie vom Verkaufserlös ihrer Arbeit adäquat leben können.
Der FAIRTRADE Preis orientiert sich nicht nur am Weltmarktpreis, sondern auch an der Entwicklung der Kaufkraft. Am 1. Juni 2008 wurde der FAIRTRADE Mindestpreis für Kaffee auf 125 US$ pro Quintal (= 45,4 kg) erhöht (vormals 121 US$ pro Quintal). Zusätzlich werden noch mit 10 US$ pro Quintal Kaffee nachhaltige Projekte für KaffeeproduzentInnen unterstützt. Diese Prämie ist für soziale oder ökologische "Entwicklungsprojekte" zweckgebunden.
Bio-Kaffee wird mit einer zusätzlichen Prämie von 20 US$ pro Quintal entlohnt. Sollte der Weltmarktpreis über den FAIRTRADE Mindestpreis steigen, wird auch von FAIRTRADE der höhere Preis gezahlt.
Ursprungsländer
Auf der internationalen Ebene arbeitet die FAIRTRADE Labelling Organization (FLO) derzeit mit rund 250 Produzentengruppen aus folgenden Ländern zusammen: Äthiopien, Bolivien, Brasilien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Elfenbeinküste, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Kamerun, Kenia, Kolumbien, Laos, Republik Kongo, Mexiko, Nicaragua, Ost-Timor, Papa Neuguinea, Peru, Ruanda, Sambia, Tansania, Thailand, Uganda, Venezuela
Ökologische Standards
Eine Folge der Kolonialzeit war die Umstellung von kleinen Familienbetrieben auf große Kaffeeplantagen. Um die Produktion zu erhöhen wurde weitgehend auf Monokultur umgestellt. Diese Anbauform machte den Einsatz von Mineraldünger und Pestiziden zur Ertragssteigerung nötig. FAIRTRADE Kaffee kommt nur von Kleinbauernfamilien, die sich zu Kooperativen zusammengeschlossen haben. Die Förderung von Kleinbauern und -bäuerinnen hilft, diese kleinbäuerlichen Strukturen zu erhalten, was für die Erhaltung der Umwelt und für nachhaltige Landwirtschaft von essentieller Bedeutung ist. Diese Kleinbauernfamilien verwenden schon aus Kostengründen kaum Pestizide und künstlichen Dünger. Kleinflächiger Mischanbau weist also eine deutlich günstigere CO2-Bilanzen auf als Monokulturen. FAIRTRADE Kaffee ist also prinzipiell umweltfreundlicher hergestellt als konventioneller Kaffee. Außerdem tragen 70 % aller FAIRTRADE Kaffees ein Biolabel, denn Bioanbau wird im FAIRTRADE System gezielt gefördert.
Die Grundregeln für den ökologischen Kaffeeanbau sind:
• Jene Kaffeepflanzen sollen bevorzugt werden, die gegen Schädlinge und Krankheiten in dieser Region eher resistent sind.
• Durch Mischanbau mit Schattenbäumen und Nutzpflanzen wie Bananen, Ananas, Papaya oder Gewürzpflanzen soll Erosionsschutz gewährleistet werden.
• Auf Mineraldünger und Pestizide soll so weit wie möglich verzichtet werden. Stattdessen soll durch umweltverträgliche Wirtschaftsweise wie Unkrautbeseitigung von Hand, besonders sorgfältige Pflege der Kaffeepflanzen und intensive Kompostwirtschaft die Gesundheit der Pflanzen erhalten bleiben.
• Dieser Öko-Anbau kann nur funktionieren, wenn die ProduzentInnen für den Mehraufwand auch entsprechend honoriert werden.
Die Kriterien für FAIRTRADE Kaffee werden von FLO genau festgelegt und von FLO Cert kontrolliert (siehe: www.fairtrade.net/standards.html).
Fotos:
Kaffeeregion in Mexiko
Kaffee-Aufzucht, Bolivien
Kaffeepflückerin, Nicaragua
Waschen des Rohkaffees, Mexiko
Quelle und Fotos: www.fairtrade.at
Quelle der Grafik: www.fairtrade.net